Alzheimer Augendiagnose

Jan 18th, 2010 | By wolfabo | Category: 50plus

Absterbende Zellen in der Netzhaut lassen Erkrankung erkennen

Es wäre ein Riesenschritt in die Früherkennung – die Augendiagnose, um Alzheimer vor dem Ausbruch zu erkennen. Von Wissenschaftlern des University College London werden ein fluoreszierende Marker eingesetzt, die sich an absterbende Zellen anbinden. Diese Zellen werden dadurch in der Netzhaut sichtbar und liefern erste Hinweise auf im Gehirn absterbende Zellen. Erste Tests mit Mäusen wurden bereits durchgeführt. Tests mit Menschen sind bereits in Planung. Das Team um Francesca Coredeiro hofft, dass dieser Forschungsansatz eines Tages den Einsatz eines einfachen Tests auch bei Optikern ermöglichen wird.
Details dieser Studie wurden im Fachmagazin Cell Death and Disease veröffentlicht.
Dieser Test könnte es den Wissenschaftlern außerdem ermöglichen, bestehende Probleme bei der Erforschung der Gehirne von Alzheimer-Patienten endlich zu überwinden. Derzeit stehen nur teure MRI-Scans oder Obduktionsergebnisse zur Verfügung. Das neue Verfahren aber ermöglicht, den Verlauf der Krankheit über die absterbenden Zellen der Netzhaut zu verfolgen. Diese Zellen werden als grüne Punkte sichtbar, da sie die fluoreszierende Farbe aufnehmen. Die Forscher sind optimistisch, dass dieses Verfahren auch beim Menschen eingesetzt werden kann.

Überprüfung des Gehirnzustands beim Optikerbesuch
Wie Coredeiro betonte sei es nur wenigen Menschen bewusst, dass die Netzhaut ein direkter, wenn auch dünner Ausläufer des Gehirns ist. Daher sei es durchaus denkbar, dass in Zukunft bei einem Optikerbesuch auch der Zustand des Gehirns überprüft werde. Derartige Tests sollen innerhalb von nur fünf Jahren sogar in den großen Einkaufsstraßen angeboten werden können.

Der Vergleich des Zelltodverlaufs könnte den Wissenschaftlern außerdem helfen, den Verlauf einer Erkrankung zu beobachten. Derzeit sei die größte Schwierigkeit bei der Behandlung von neurodegenerativen Erkrankungen das Fehlen eines Verfahrens, das die Reaktion des Gehirns auf neue Behandlungsansätze direkt einschätzbar macht.

Das neue Verfahren könnte ein potenzieller Ausweg aus diesen Schwierigkeiten sein. Die ersten Tests mit Patienten sollen laut BBC noch in diesem Jahr stattfinden.

Quelle: pte – Foto: Sabine Moosmann/pixelio.de

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