Antidepressiva erhöhen Sturzrisiko bei Demenz
Jan 19th, 2012 | By wolfabo | Category: 50plusSerotonin-Wiederaufnahmehemmer sind schädlich
Wenn älteren Menschen, die an Demenz leiden, Antidepressiva verabreicht werden, stürzen sie eher. Das zeigt eine Studie des Erasmus University Medical Center in Rotterdam.
Denn viele Demenzkranke leiden auch unter Depressionen, weshalb ihnen oft Serotonin-Wiederaufnahmehemmer verordnet werden.
Nebenwirkungen sind hoch
Bekannt ist bereits ein erhöhtes Sturzrisiko bei der Behandlung älterer Antidepressiva. Ausgelöst werden Stürze durch die Nebenwirkungen der Medikamente wie Wackeligkeit und Schwindel. Man hatte sich bei neueren Medikamenten dieses Typs deutlich geringere Probleme in Bezug auf die Nebenwirkungen erhofft.
Da Gegenteil ist jedoch leider der Fall, wie die Studie jetzt zeigt.
Die Wissenschaftler zeichneten zwei Jahre lang die tägliche Medikation und die Berichte über Stürze in 248 Pflegeheimen auf.
Das Durchschnittsalter der Heimbewohner lag bei 82 Jahren. Die Aufzeichnungen gehen davon aus, dass 152 Personen insgesamt 683 Mal gestürzt waren. Die Folgen der Stürze waren relativ groß. 220 Stürze führten zu Verletzungen wie Hüftfrakturen und anderen Knochenbrüchen. Eine Person starb sogar an den Folgen des Sturzes.
Gefährliche Beruhigungsmittel
Das Risiko eines Sturzes, der zu Verletzungen geführt hat, war bei Heimbewohnern die Serotonin-Wiederaufnahmehemmer einnahmen, drei Mal so hoch wie bei jenen, die diese Medikamente nicht verabreicht bekommen haben. Das Risiko erhöhte sich weiter, wenn diese Person zusätzlich Beruhigungsmittel erhielt.
Laut Sterke müssen diese Risiken bei der Verschreibung derartiger Medikament berücksichtigt werden. Vorsicht sei bereits bei geringen Dosierungen geboten. Details der Studie wurden im British Journal of Clinical Pharmacology veröffentlicht.
Quelle: pte
Foto: pixelio.de, F.-Wellstein
