DIESEL-BOOM VORBEI
Mai 23rd, 2008 | By admin | Category: ALLGEMEIN, KOLUMNEBenziner inzwischen klar im Wettbewerbsvorteil
Liebe BonaVitanerinnen, liebe BonaVitaner,
in diesen Tagen kommt man an einem brisanten Thema nicht vorbei – an den landesweiten Dieselpreisen.
Diesel ist jetzt teurer als Superbenzin und ein Ende ist nicht in Sicht – nach Expertenmeinungen soll Diesel noch teurer werden.
Da haben sich in der Vergangenheit unzählige Autofahrer wegen des Verbrauchs- und Preisvorteils einen Diesel-Pkw angeschafft und dabei die höheren Anschaffungskosten sowie die höhere Besteuerung in Kauf genommen – denn der Staat wollte natürlich nicht zu viel Ersparnis zulassen. Er ist ohnehin der Nutznießer jeder Treibstoffpreiserhöhung, alleine durch die Mehrwertsteuer.
Auch der Autoexperte Professor Ferdinand Dudenhöffer ist, wie viele andere Experten auch, davon überzeugt, dass der Pkw-Diesel seinen Höhepunkt bereits überschritten hat und seine seit rund 20 Jahren andauernde Erfolgskurve nicht weiter fortsetzen kann, was in seiner aktuellen Marktuntersuchung an der Fachhochschule Gelsenkirchen bestätigt wird, was wir aber seit ein paar Tagen mit Blick auf die Zapfsäulen auch selbst erkannt haben.
Umfragen zufolge wollen inzwischen 80 Prozent der Autofahrer keinen PKW-Dieselantrieb mehr kaufen, wenn die Politik nichts unternimmt. Das einzige, was bei einigen Fahrzeugtypen noch für den Diesel spricht, ist der Verbrauch – der relativiert sich jedoch spätestens dann, wenn, so wie es momentan aussieht, der Dieselpreis gegenüber dem Benzinpreis weiter klettert.
Wie müssen sich Autofahrer fühlen, die sich für einen Dieselmotor entschieden haben und die noch zusätzlich in Abgasreinigungssysteme investiert haben, wenn sie ein älteres Fahrzeug besaßen? Und alles bei gekürzter Pendlerpauschale!
Betrug der Diesel-Anteil bei den in Deutschland verkauften Neuwagen 1995 nur 14,6 Prozent, ist der Diesel-Anteil bis 2007 auf rund 47,7 Prozent angewachsen. Diese Entwicklung lässt sich auch in Europa in ähnlicher Weise nachvollziehen. Auf den Bereich Diesel entfallen für West-Europa mittlerweile 53,3 Prozent. Dennoch deuten alle Anzeichen massiv daraufhin, dass sich diese Entwicklung langsam umkehrt, besonders durch die jüngste Dieselkraftstoff-Preisentwicklung in unserem Land. Partikelfilter, Kraftstoffpreise sowie politischer Druck aufgrund der EU-weiten Euro-5-Norm stärken dem Benziner zunehmend den Rücken. Mit den für den Diesel-Pkw gestiegenen Kosten und der Wartungsintensität wurde das Segment damit schlagartig teurer.
Schon vor der Diesel-Preisexplosion hatten viele Autofahrer relativ neuer Diesel-Pkw durch die Einführung der Diesel-Umweltzonen in Deutschland ein erstes “Diesel-Trauma” erlebt.
Da alte Benziner die hohen Anforderungen bei Umweltzonen problemlos bewältigen, Diesel-Fahrzeuge jedoch kostenintensiv nachgerüstet werden müssen, wurden die Restwerte der “Problemdiesel” stark verschlechtert. Von den Kapriolen um die Nachrüstungen betroffen sind vor allem Firmenwagen und große Transportfahrzeuge. Lies sich diese höhere Diesel-Verteilung auf Firmen vor allem auf die höhere Jahresfahrleistung zurückführen, kehrt sich dieses Argument, bedingt durch die jüngsten Dieselpreise ins Gegenteil um.
Zusätzlich gilt, dass bei großen schweren Fahrzeugen der absolute Verbrauchsvorteil des Diesels größer ist als beim Benziner, was demnächst wohl auch der Vergangenheit angehören dürfte.
“Somit gilt die Regel, dass je größer und schwerer die Fahrzeuge bisher waren, deren Diesel-Anteil ganz erheblich zunahm”, unterstreicht Dudenhöffer. Diese Entwicklung führt der Experte darauf zurück, dass über 90 Prozent aller Vans als Diesel gekauft wurden. Kleinwagen schnitten mit 14 Prozent bisher hingegen gering ab.
Angesichts dieser Zahlen werden die Marktanteile beim Diesel in den kommenden Jahren sprunghaft zurückgehen.
Bis 2015 prognostiziert Dudenhöffer daher, dass sich der Marktanteil des Diesels in Deutschland von derzeit 38 Prozent bis 2020 auf nur mehr 30 Prozent abschmälern wird. ” Diese Einschätzung wurde scheinbar ohne die augenblicklichen Dieselpreise getroffen, denn der Rückgang dürfte meines Erachtens abrupter erfolgen, als erwartet.
Die Trendwende zum Benziner stellt sich auch vor dem Hintergrund dar, dass diese insbesondere bei Motoren mit kleinem Hubraum, Doppelaufladung und den neuen Direkteinspritzverfahren der zweiten Generation deutlich effizienter arbeiten. Damit sinkt der Verbrauchsnachteil gegenüber dem Diesel erheblich.
Bleibt abzuwarten, wie sich die Preislandschaft durch die globale Rohölnachfrage weiter entwickelt und wie schnell es der Industrie gelingt, alternative Antriebskonzepte zu entwickeln und marktreif anzubieten. Alternativen im Hybrid-Bereich sind längst serienreif vorhanden, wie es Toyota mit Prius, Camry und Lexus in den verschiedenen PKW-Klassen (untere Mittelklasse, gehobene Mittelklasse, Ober-[Luxus-] Klasse) oder Honda zeigen, Selbst Elektrofahrzeuge mit akzeptablen Reichweiten und hinnehmbaren Aufladezeiten stehen in den Startlöchern.
Jetzt ist dringend der Staat gefordert, wenn wir Bürger nicht weiter deart gebeutelt werden sollen. Das Thema “Neuordnung der KFZ-Steuer” wurde am 23. Mai erst einmal vertagt – vielleicht aus gutem Grund – oder können Sie sich eine Berechnung nach CO2-Emssion vorstellen? Ich jedenfalls kann das, so, wie es vorgesehen ist, nicht. Wie soll das denn gehen? Ein Vielfahrer selbst mit einem vorbildlichen CO2-Wert produziert doch im Verlaufe eines Jahres mehr CO2 als ein “Sonntagsfahrer” mit einer CO2-Schleuder.
Wie auch immer – wir Autofahrer sitzen wie immer in der Falle und müssen mal wieder tiefer in die Tasche greifen, wie tief, steht allerdings noch lange nicht fest.
Soweit für heute! Ich wünsche Ihnen trotzdem allzeit gute Fahrt und wie immer ein herzliches BONA VITA!
Ihr Will W. Heppner
Fotos: Bona Vita & pixelio.de/Marco Barnebeck


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In Anbetracht der Preise für Benzin, Diesel hatte einen klaren Preisvorteil. Aber es scheint, das soll sich ändern. Wenn thet erhalten auf dem Niveau, einige der Vorteile, die Sie erwähnen, vis-a-vis höhere Anschaffungskosten und höhere Steuern für den Erwerb aufgehoben werden.
notepanya thank you very much
It is only alternate sources of energy rather than fossil fuels that can be a clear advantage for the survival of our species.
The health issues need to be considered in the use of diesel compared to petrol. Alternate sources would be ideal but as long as thats not so, the affect diesel has on our health cannot be ignored.
Until alternate sources of energy prove viable, we must make do with Diesel.
Diesel does make for a cheaper fuel, but alternate sources of fuel supply should be the objective ultimately.
thanks for submitting very interesting article. Now a days Gas is very cheap in use compare to the diesel. Today in vehicles we also use gas and also in preparing food.
The day our dependence on fossil fuels get eliminated, we would have done ourselves and the environment a great favour.