DSDS: WIR SIND JURY

Apr 28th, 2008 | By admin | Category: KOLUMNE

Man kommt ja kaum drum herum in diesen Tagen um die letzten Sendungen von DSDS bei RTL.

Will W. HeppnerDa gab es bis zum 26. April noch fünf hoffende Kandidatinnen und Kandidaten als Aspiranten auf den Sieg zum deutschen „Superstar“, was immer das auch heißen mag.

Denn wenn man sich die Sieger der vorangegangenen Staffeln so ansieht, gewinnt man doch leicht den Eindruck, dass es bisher wohl nur einer geschafft hat, heute noch Erfolg zu haben, und das ist Mark Medlock, das „Bobbelsche” der Nation. Verfolgt man die Medienberichte, dann ist der Erfolg darauf zurückzuführen, dass Medlock Dieter Bohlen von Anfang an hat machen lassen, was nötig war, um auf die Erfolgsspur zu kommen.

Der jedenfalls hat schon sehr früh das Potential des Schmusesängers mit dem Soul-Appeal erkannt und sofort nach dem Sieg – oder schon vorher? – mit der Vermarktung begonnen, sehr erfolgreich, zumindest bisher, wie man weiß.

Bleibt nur abzuwarten, wie lange die Popularität noch anhält und damit auch die Lust Bohlens, ihn weiter zu vermarkten.

Dieser bisherige Erfolg des Underdogs blieb anderen Gewinnern früherer Staffeln versagt, oder wer spricht heute noch von einer Elli Erl oder einem Tobias Regner? – von den Zweitplatzierten ganz zu schweigen, obwohl es da genügend Potential für eine erfolgreiche Karriere gab.

Einzig Alexander Klaws, Sieger der ersten DSDS-Staffel, taucht heute ab und zu noch in den Medien auf, nachdem seine Anfangserfolge längst Geschichte sind. Zurzeit soll er sich an einem neuen Album mit neuem Image versuchen.

Zurück aber zur aktuellen Staffel: Auch wenn bereits bisher die Äußerungen der Jury, vornehmlich die von Dieter Bohlen, mehr als umstritten waren und so manchem jungen Menschen seine erste wirklich bittere Erfahrung im noch mitunter blutjungen Leben einbrachte, war das, was sich speziell die männlichen Jurymitglieder Bohlen und Läsker am 26. April geleistet haben, ohne Beispiel.

Es traten noch fünf verbliebene Kandidatinnen und Kandidaten an, die jeweils zwei Songs performen (vortragen) mussten. Während vier der Vortragenden in den höchsten Tönen für ihre Leistung gelobt wurden, gingen für Rania Zeriri buchstäblich „die Lichter aus”. Das holländische Girl aus Ibiza konnte einem richtig leid tun. Mag ja sein, dass sie nicht gerade mit einer gewaltigen „Röhre” gesegnet ist, mag auch sein, dass sie nicht immer alle Töne trifft – doch wer bitte hat Rania denn von Folge zu Folge getragen und mit Lob nur so überschüttet und damit immer wieder ihre Hoffnungen geschürt?

Erst, als die ersten Kritiken aufkamen und Rania sich veranlasst sah, auch Dieter Bohlen die Stirn zu bieten, war es um sie geschehen.

Fühlte sich hier der Pop-Titan Bohlen auf den Schlips getreten? Es muss wohl „Majestätsbeleidigung” im Bohlen-Tempel gewesen sein, wie sonst lassen sich die Urteile sonst erklären? Hieß es noch vor nicht all zu langer Zeit: „Rania, Du hast mir den Abend versüßt”, „Rania, Du musst einfach weiter kommen”, etc. etc. , war die Kritik am Samstag vernichtend. Hier passt der Spruch: „Was interessiert mich denn mein Geschwätz von gestern.”

Das ist nicht nur arrogant sondern auch absolut unprofessionell. Das nennt man „Verheizen ohne Rücksicht auf Verluste!”

Nichts, aber auch gar nichts rechtfertigt ein solches Benehmen, schon gar nicht nach den Kommentaren beider Herren bei vorangegangenen Auftritten der jungen Dame.

Die Contenance von Rania nach diesem Verriss war mehr als bewundernswert.

Auch der immer wieder dümmlich wirkende Moderator Marco Schreyl hielt es nach der Schimpfkanonade der Jury nicht mal für nötig, Rania, wie ihre anderen Mitstreiter, zu ihrem Platz in der Lounge zu begleiten. A propos Schreyl: RTL wäre gut beraten, bei einer nächsten DSDS-Staffeln mal eine sympathische Moderatorin zu präsentieren, um uns Zuschauern wieder einmal das Gefühl zu geben, durchaus in der Lage zu sein, dem Geschehen von Woche zu Woche zu folgen, anstatt gebetsmühlenartig sowohl den Kandidaten als auch uns Zuschauern bei jeder Folge den Ablauf der Sendung neu zu erklären.

Auch die total überzogenen Kunstpausen beim Verkünden des Votings tragen nicht gerade zum Niveau der Sendung bei.

Für Rania kam dann auch das von Bohlen und Läsker gewollte Aus. Wenigstens ist sie der Häme nicht länger ausgesetzt.

Dass es auch anders geht, zeigt das Tarzan-Musical-Casting auf Sat1. Hier ist eine hochprofessionelle Jury am Werk und der „alte” TV-Haudegen Hugo Egon Balder ist ohnehin über jeden Zweifel erhaben. So sieht Niveau und Fernsehunterhaltung aus!

Alles in allem sollten sich die beiden selbstherrlichen und eigenverliebten, männlichen Jurymitglieder ein Beispiel an Anja Lukaseder nehmen und überlegen, wie lange es bei dem Benehmen wohl noch dauern wird, bis ihnen sowohl Zuschauer als auch Kandidaten die Sympathie entziehen.

In diesem Sinne wünsche ich allen BonaVitanern für heute ein herzliches Bona Vita (Gutes Leben) !

Ihr Will W. Heppner – Verleger

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One comment
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  1. Zu Schreyl:
    Der Grund dafür, dass er Rania nicht zu ihrem Platz gebracht hat, ist einfach nur, dass nach ihrem Auftritt keine Werbepause war, sondern Monica gleich drankam. Die Abmoderation vor den Werbepausen wird vom Sofa aus gemacht und nur, wenn auf einen Auftritt eine Werbepause folgt, geht Schreyl mit dem Kandidaten zum Sofa. Das ist schon die ganze Staffel über so. Im übrigen (und wahrscheinlich bin ich da alleine) finde ich, dass Schreyl die Sendung gut moderiert und dabei auch recht sympathisch wirkt.

    Ansonsten stimme ich Ihrem Artikel aber im Großen und Ganzen zu.

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