Hopfen: Dem grünem Gold auf der Spur

Aug 4th, 2008 | By yvo | Category: CULINARIUM

Hochsaison für Hopfenbauer: Denn in diesen Tagen beginnt hierzulande die Ernte des grünes Goldes, wie Hopfen auch genannt wird.

Hopfen ist eine Pflanze der Superlative. „Fast mit bloßem Auge kann man zuschauen, wie schnell Hopfen in die Höhe schießt. Bei günstiger Witterung windet sich das Lianengewächs 30 Zentimeter pro Tag nach oben, in 70 Tagen erreicht es durchschnittlich sieben Meter.

HopfenDas schafft in unseren Breitengraden keine andere Pflanze“, berichtet Dr. Christoph Pinzl, Leiter des Deutschen Hopfenmuseums in der Hallertau. Einzigartig ist auch das goldgelbe Pulver, das Lupulin, das nur in Hopfendolden zu finden ist. In Lupulin stecken rund 100 Bitterstoffe und über 300 verschiedene Komponenten ätherischer Öle, die dem Bier seinen charakteristischen, würzigen Geschmack verleihen.
Hopfen findet sich in Siedlungsresten seit der Steinzeit“, so Dr. Pinzl.

Vermutlich nutzten ihn die Menschen damals als Heilmittel, sicherlich aber nicht zum Bierbrauen. Denn die Karriere des Hopfens als Bierwürze begann sehr viel später. Erst im Mittelalter entdeckten Mönche eher zufällig, dass das Hanfgewächs Bakterien fernhält und damit das Bier natürlich haltbar macht.

Der Löwenanteil der Hopfenernte kommt ins Bier, das sind über 95 Prozent des weltweit angebauten Hopfens. „Ohne Hopfen würde Bier seltsam schmecken“, erklärt Dr. Pinzl, der als Bier-Sommelier auch Seminare zum Biergenuss anbietet. Hopfen bringt die besondere Note ins Bier. Je nach Sorte kann sie fruchtig, blumig, citrusartig bis hin zu grün-grasig im Sinne von kräuterwürzig ausfallen.

Bei jedem der mehr als 5.000 verschiedenen deutschen Biere sorgt die jeweilige Sorte und Menge der Hopfenzugabe für den individuellen, feinbitteren Geschmack. Der Experte empfiehlt, die Unterschiede einmal bewusst herauszuschmecken: „Das Faszinierende am Bier ist, dass neben Hopfen nur Malz, Hefe und Wasser daran beteiligt sind und dennoch ein so großes Spektrum an verschiedenen Bierstilen möglich ist.“
Das „grüne Gold“ wird in Deutschland auf rund 17.600 Hektar angebaut. Grundsätzlich unterscheidet man zwei verschiedene Hopfensorten. Den Aroma- und den Bitterhopfen. In heimischen Gefilden dominieren die Aromasorten, die auf rund 60 Prozent der Fläche stehen. Auf zirka 40 Prozent der Fläche wird Bitterhopfen angebaut.
Hopfen verlangt als Standort einen gut durchwurzelbaren, tiefgründigen Boden. Diese Voraussetzungen finden sich in den bayerischen Hopfenhochburgen Spalt und Hallertau, in Tettnang am Bodensee, in der Eifel, im Rhein-Pfalz-Kreis und Elbe-Saale-Gebiet, der nördlichsten Hopfenregion Deutschlands. Meist schon von weitem sind die hohen, markanten Gestelle mit den senkrecht gespannten Drähten zu sehen, an denen sich die Hopfenpflanzen hochranken.
Höhepunkt der Hopfensaison sind die Monate August und September, wenn je nach Witterung die Ernte der Hopfendolden beginnt. Nach Angaben des Verbands Deutscher Hopfenpflanzer e.V. lag die Erntemenge 2007 hierzulande bei über 32.000 Tonnen, das entspricht rund einem Drittel der Hopfenernte weltweit.
Der in Deutschland angebaute Hopfen ist besonders aromatisch. Diese Tatsache sowie die lange Anbau-Tradition und die Qualität, machen deutschen Hopfen weltweit zu einem Bier-Rohstoff, der auch bei ausländischen Bierbrauern hoch geschätzt wird.

Quelle & Foto: CMA

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