IST DOCH NICHT MEIN GELD!

Mai 16th, 2008 | By admin | Category: MEIN €URO

Jedem seine eigene Brücke

Essen. Jedem seine eigene Brücke. Unter dieser Prämisse scheint der Neubau einer Brücke für Fußgänger und Radfahrer über die A 40 in Essen zu stehen.

Die alte Brücke in Höhe der Corlißstraße war 1961 gebaut worden.

Wegen starker Korrosionsschäden musste sie jetzt demontiert werden. Eine Sanierung lohnte nicht: 290.000 Euro hätte die Instandsetzung des alten Schätzchens gekostet, und länger als 30 Jahre hätte sie selbst dann nicht mehr gehalten.

Ist doch nicht mein GeldWesentlich wirtschaftlicher als eine Sanierung ist also die neue Brücke: 350.000 Euro, inklusive Abriss der alten Brücke, bei einer erwarteten Lebensdauer von rund 100 Jahren. Ein Musterbeispiel für gespartes Geld?

Denkste! Rund 100 Meter von der alten Brücke an der Corlißstraße entfernt befindet sich eine U-Bahn-Haltestelle. Eine Eigenart der A 40 zwischen Essen und Mülheim an der Ruhr: Die U-Bahn fährt quasi auf dem Mittelstreifen der A 40 – und da mit die Haltestellen von beiden Seiten der Autobahn zu erreichen sind, führt an ihnen eine Brücke über die A 40, in deren Mitte sich der Abgang zur Haltestelle befindet.

Doch diese Brücke sei mit dem Bau der U-Bahn „von der Funktion im Wesentlichen nur als Zugang zur Stadtbahn gebaut worden”, erklärt Straßen.NRW. Daraus folgt, dass Fußgänger und Radfahrer die Brücke nur als „positiven Nebeneffekt” zum Überqueren der Autobahn nutzen.

Eine neue Brücke an der Corliß straße sei also trotzdem nötig, schließlich sei diese Querung „seit Jahrzehnten durch die Anwohner stark frequentiert” und gerade für ältere Leute nötig, so Straßen.NRW.

Bei allem Verständnis für liebgewordene Gewohnheiten und ein gewisses Maß an Bequemlichkeit – mit solchen Argumenten könnte in Essen gleich die ganze A 40 mit Brücken im 100-Meter-Abstand überspannt werden.

Und das kann und will gewiss niemand finanzieren.

Schuster bleib bei deinen Leisten

Deggendorf. Im Jahr 2000 wurde die Danubia KOM GmbH gegründet. Daran beteiligt waren mit 63 Prozent die Stadtwerke Deggendorf GmbH, eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Stadt Deggendorf, die Stadt Plattling über ihren Eigenbetrieb Stadt werke mit 30 Prozent sowie die I@TC Innovations-Tech-nologie Campus GmbH mit sieben Prozent.

Im Jahr 2002 übernahmen die Stadtwerke Deggendorf die Geschäftsanteile der I@TC GmbH. Gleichzeitig erfolgte eine Umwandlung der Danubia KOM GmbH in die Danubia KOM GmbH & Co. KG. Unternehmensziel der Gesell schaft als sog. „CityCarrier” war es, innovative Dienstleistungen wie z.B. Telefonie, Internetzugang, Vermietung und Verpachtung von Kabelnetzen aller Art anzubieten und somit ein modernes zukunftsorientiertes Telekommunikationsnetz vorzuhalten.

Das finanzielle Engagement der Stadtwerke Deggendorf GmbH belief sich auf rd. 1,5 Mio. Euro, das der Stadtwerke Plattling auf rd. 650.000 Euro. Somit konnte die Danubia KOM zum 01.01.2002 ihr operatives Geschäft auf nehmen.

Doch man hatte die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Sparparolen, Preisschlachten und ein gnadenloser Verdrängungswettbewerb führten zu gewaltigen Umsatzeinbußen. Gleichsam nach dem Motto „Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende” zog man die Notbremse.

Bereits Ende 2004 musste das operative Geschäft eingestellt werden. Auch der Verkauf des Betriebs- und Anlagevermögens in Höhe von 400.000 Euro brachte kaum finanzielle Entspannung. Die Liquidation der Gesellschaft erfolgte schließlich zum 31.10.2005.

Die Stadtwerke Deggendorf GmbH blieb mit rund 1,5 Mio. Euro, die Stadt Plattling mit rund 650.000 Euro hängen. Der Versuch eines „Hightech Abenteuers” hat sich also wirklich „gelohnt”. da kann man nur sagen: Schuster bleib bei deinem Leisten!

Schildbürger am Werk

Waren. In Waren an der Müritz ist nach einem dreiwöchigen Streit ein Schildbürgerstreich der Stadtverwaltung durch ein Machtwort der Kommunalpolitiker beendet worden. Am 12. April 2007 wurde auf der Stadtvertretersitzung eine Änderung der Zufahrt zur Kietzstraße beschlossen, die durch eine Fußgängerbrücke ersetzt werden sollte. Allerdings wurde versäumt, die Anwohner und das an der Straße gelegene Ärztehaus darüber zu informieren. Erst zwei Tage vor Baubeginnholte die Stadtverwaltung ihre Informationspflicht nach.

Mitte Juli 2007 wurde die 30.000 Euro teure Fußgängerbrücke über einen Graben errichtet. Seitdem fehlten ausreichende Zufahrtsmöglichkeiten für Patienten und Rettungswagen von der anderen Seite. Zudem behinderte eine 15 cm hohe Stufe die Überquerung sowohl für Rollstuhl_ als auch für Fahrradfahrer.

Patienten und Ärzte protestierten gegen die ungeeignete Fußgängerbrücke so sehr, dass Ende Juli 2007 die Brücke abgebaut und eingelagert wurde. Die Kosten für den Abbau und die Einlagerung betrugen ca. 5.000 Euro.

Nach den Geschehnissen wiesen die Stadtvertreter darauf hin, dass laut Rahmenvertrag 2004 die Brücke erst gebaut werden sollte, wenn der Wendehammer für Fahrzeuge fertig gestellt wäre. Die angedachte Wendeschleife ist nicht umgesetzt worden, da die Grundstücksverhältnisse bis heute nicht geklärt sind. Im Rahmen der Umgestaltung des ehemaligen Heidelbach-Grundstücks soll wieder eine Brücke entstehen. Wann und wie diese dann aussehen wird, ist aber offen.

Denn noch gehört das Grundstück nicht der Stadt. Bis zu einer kompletten Neugestaltung des Kietz-Gebietes bleibt das Holzbauwerk im Lager, die Straße wurde wieder so hergestellt, wie sie war. Unklar bleibt aber nun, ob die Fördermittel, die für die Brücke geflossen sind, zurückgezahlt werden müssen.

Sollte das zutreffen, müssten die Fördermittel in Höhe von ca. 26.400 Euro zurückgegeben werden. Fakt bleibt aber, der Steuerzahler zahlt in jedem Fall.

Quelle: BdSt

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