Jungbrunnen entdeckt
Apr 9th, 2009 | By wolfabo | Category: ALLGEMEINLebensverlängerung um bis zu einem Drittel
Eine sensationelle und grundlegende Entdeckung der menschlichen Lebensverlängerung haben Wissenschaftler des Dipartimento di Medicina Molecolare am Laboratorio Mario Negri in Bergamo gemacht.
DurchLaborversuche an Mäusen konnte nachgewiesen werden, dass die Tiere beim Fehlen des für die Rezeptortätigkeit des Hormons “Angiotensin 2″ verantwortlichen Gens bis zu 30 Prozent länger lebten als die unbehandelten Artgenossen.
“Wir haben nicht nur ein langsameres Altern, sondern auch eine geringere Anfälligkeit gegenüber Arteriosklerose festgestellt”, erklärte der Institutsleiter Giuseppe Remuzzi. “Diese Eigenschaft hilft bei der Senkung der Risiken für die Funktionstüchtigkeit von Herz, Nieren und Gehirn.” Außerdem werde die Wirkung des bei Alterungsvorgängen mitwirken- den Proteins Nampt und des bei der Insulinausschüttung beteiligten Enzyms Sirtuin 3 gefördert.
“Das für die Rezeptoraktivität des Angiotensin 2 verantwortliche Gen ist für die Entwicklung des Fötus, nicht aber für den erwachsenen Organismus unentbehrlich”, so der italienische Forscher weiter. “Auch für unsere Vorfahren war es sehr wichtig , da es in lebensgefährlichen Situationen wie beim Angriff durch wilde Tiere zu einer schnellen Reaktion der Verteidigung verhalf.” Heute sei es wegen der beschriebenen Auswirkungen auf die inneren Organe eher schädlich als von Nutzen.
Durch den Einsatz bereits bekannter pharmakologischer Angiotensin-Antagonisten könne nicht nur die Lebensqualität verbessert, sondern auch das Lebensende bis zu 30 Prozent hinausgezögert werden. “Beim Menschen würde dies die Erreichung eines durchschnitt- lichen Alters von 105 bis 110 Jahren bedeuten”, meint Remuzzi.
Inzwischen gehe es darum, die mit dem Rezeptor-Gen verbundenen biologischen Vorgänge näher kennenzulernen. Dadurch könne auch der für die Pharmabehandlung richtige Zeit- punkt ermittelt werden. Die Untersuchung in Bergamo war in direkter Zusammenarbeit mit Ärzten der Ospedali Riuniti und mehreren Mailänder Forschungslaboratorien durchgeführt worden. Einzelheiten sind in der Fachzeitschrift “Journal of Clinical Investigation” dargestellt.
Diese Entdeckung würde bei entsprechender Anwendung die Menschheit vor sehr große Herausforderungen stellen, was Arbeitswelt, Rentenzeit und Lebensabend anbetrifft.
Foto: pixelio.de / Paul-Georg Meister
