Milch – das Lebenselexier

Jan 7th, 2009 | By yvo | Category: CULINARIUM

Wo Kühe Karussell fahren und Milch unsichtbar wird

Lucky ist eine von 170 Kühen auf dem Lindenhof und kann es morgens kaum erwarten, ihre Milch loszuwerden. “Kühe geben mit ihren festen Futter- und Melkzeiten sehr stark den Tagesrhythmus vor, da heißt es 365 Tage im Jahr morgens und abends pünktlich sein”, erzählt Angelika Höhler. Sie betreibt zusammen mit ihrem Mann Bernhard mit viel Herzblut und Engagement einen gut 200 Hektar großen Milchviehbetrieb im hessischen Niederbrechen. Die begeisterte Züchterin kennt nicht nur alle Tiere mit Namen, sondern auch ihre Eigenschaften: “Es gibt scheue, freundliche, die sich streicheln lassen, und andere, die alles vor sich wegboxen, um ans Futter zu kommen. Es ist wie bei den Menschen”, lacht die Bäuerin.

Lucky, die Lieblingskuh der Familie, darf morgens früh um sechs Uhr und abends um 17.30 Uhr Karussell fahren. Wie alle Kühe mag sie es gemütlich, deshalb dreht sich die Plattform, auf der sie mit 19 weiteren Kühen steht, ganz gemächlich und geräuschlos. Für die Kühe dauert eine “Fahrt” in der hochmodernen Melkanlage jeweils 15 Minuten. Noch während des Melkvorgangs erfasst ein Computer Melkzeit und Milchmenge jeder einzelnen Kuh. “Im Schnitt geben unsere Kühe jeweils 10.500 Liter Milch pro Jahr”, berichtet Landwirtschaftsmeister Bernhard Höhler. Ein spezielles Pumpsystem lässt die Milch unmittelbar vom Karussell durch Rohre zum Tank fließen. Auf dem Weg dorthin kühlt sie ein Plattenaustauscher um zehn Grad ab. Im Tank wird sie dann auf vier Grad heruntergekühlt und dabei ständig gerührt, damit sich kein Fett absetzt. Alle zwei Tage fährt bei Familie Höhler ein Milchtankwagen vor, um die Milch abzuholen. Die Qualität der Milch wird somit schon auf dem Lindenhof sichergestellt: durch gesunde Tiere, hochwertiges Futter und die Nutzung moderner Technologien.

“Wenn der Fahrer bei uns ankommt, hat er die Milch bereits mit Hilfe eines einfachen, aber sehr effektiven Tropftests auf Hemmstoffe untersucht”, erklärt Uwe Dralle, Betriebsleiter einer großen Molkerei bei Gießen. So kommt Milch mit einem positiven Ergebnis erst gar nicht in den Tank.

Ein ausgeklügeltes Chip- und Computersystem garantiert zudem, dass sich die Milch exakt zurückverfolgen lässt. Herr über die elektronische Steuerung ist Molkereimeister Uwe Dralle, der schon an den Fließgeräuschen der Milch erkennt, ob alles rund läuft. “Wer hier arbeitet, liebt Milch, denn der Geruch von frischer Milch durchzieht allgegenwärtig die Räumlichkeiten”, meint der 47-Jährige. In der Molkerei macht sich der weiße Zaubertrunk allerdings unsichtbar, denn die Milch durchläuft ein geschlossenes, automatisches System. Kaum zu glauben, dass hier jeden Tag eine Million Liter Milch verarbeitet werden, so wie es überall blitzt und blinkt. Gleich nach ihrer Ankunft wird die Milch im Labor auf Inhaltsstoffe und Bakterien sowie zur Vorsicht noch einmal auf Hemmstoffe untersucht.

Erst wenn alles einwandfrei ist, darf sie in den Betriebsraum, um sie im Milchseparator zu reinigen und gleichzeitig in Magermilch und Sahne zu trennen. Darin eingebunden ist eine Homogenisierungsanlage. Diese verteilt den Rahm in der Milch so fein, dass sich an der Oberfläche der Milch keine Rahmschicht bilden kann. Homogenisiert schmeckt die Milch vollmundiger und ist besonders gut verdaulich. Im Anschluss daran strömt die Magermilch in die Standardisierungsanlage, wo der Fettgehalt der Milch eingestellt wird, je nachdem ob fettarme Milch mit 1,5 Prozent oder Vollmilch auf dem Plan stehen. Die nächste Station ist gesetzlich vorgeschrieben.

Um Keime zuverlässig auszuschalten, muss die Milch im Erhitzer pasteurisiert werden. Dann ist es soweit: Rund 24 Stunden nach Ankunft in der Molkerei kommt die Milch als Frischmilch in die Tüte. “Bei ESL-Milch, der etwas länger haltbaren Frischmilch, dauert es bis zu 36 Stunden, denn sie geht noch über eine spezielle Erhitzungsanlage. Diese injiziert Dampf in die Milch. Dabei entsteht Wasser, das hinterher durch ein Vakuum der Milch wieder entzogen wird. Kein Tröpfchen Milch wird dabei verschwendet, eine tolle Technik”, sagt Uwe Dralle.

Danach findet auch die ESL-Milch ihren Weg in die Abfüllanlage. “Zum Schluss kommt noch der Code auf die Packung, damit ist auch hier die Rückverfolgbarkeit gewährleistet ist”, so der Betriebsleiter. Dann heißt es ab in den Lkw und schnell in den Handel – damit die Milchfans ihre Milch täglich frisch einkaufen und genießen können.

Quelle & Foto: CMA

Tags: , , ,

One comment
Schreiben Sie ein Kommentar »

  1. Milch – Das Lebenselexier…

    Modernste Milchverarbeitung beginnt bereits beim Melken im Stall. Hochmoderne Melkanlagen sorgen fr die Spitzenqualitt, die von uns Verbrauchern so hoch geschtzt wird….

Leave Comment