Obama-Amtseinführung

Jan 18th, 2009 | By wolfabo | Category: ALLGEMEIN

Mediales Superereignis

Am nächsten Dienstag wird die Amtseinführung des neuen US-Präsidenten Barack Obama zu einem Medienereignis der Superlative.
Bereits im Vorfeld rechnen die verantwortlichen Veranstalter in Washington mit einem noch nie dagewesenen Ansturm von internationalen Medienvertretern. Es liegen bereits tausende Anfragen von TV-Leuten und den verschiedensten Tages-, Wochen-, Monats- und sonstigen periodisch erscheinenden Formaten vor, so Joe Keenan, zuständig beim US-Senat für Presseakkreditierungen. Angeführt wird der Medientross von der NBC, die aus Anlass des Ereignisses eine 21 Stunden dauernde durchgehende Berichterstattung angekündigt hat.
“Die politische Inszenierung hat kontinuierlich mit der Entwicklung der Mediendemokratie zugenommen. Mittlerweile ist sie eine wahre Kunst der Politik geworden”, stellt Peter Filzmaier, Leiter des Departments für Politische Kommunikation an der Donau-Universität Krems fest. Von den Verhältnissen in den USA sei man allerdings hierzulande noch weit entfernt. “Speziell Obama hat es im Zuge seines Wahlkampfs besonders gut verstanden, mit den Medien zu spielen. Er setzte hierfür auf einen geschickten Medien-Mix, in den neben traditionellen auch neuere Kommunikationsformen im Internet mit eingebunden waren”, ergänzt Filzmaier. Zudem sei es dem künftigen US-Präsidenten gelungen, reale politische Veranstaltungen erfolgreich und glaubhaft mit politischer Inszenierung zu verknüpfen. Diese Strategie sei letztendlich sehr gut aufgegangen und habe gemeinsam mit einigen anderen Faktoren zu einer regelrechten “Obama-Mania” geführt, die mittlerweile die ganze Welt erfasst habe.

“Das Interesse an der Amtseinführung eines neuen US-Präsidenten ist prinzipiell sehr hoch. Mit entscheidend hierfür ist wohl auch der Umstand, dass viele Menschen in dem Inhaber des US-Präsi-dentenamtes den mächtigsten Menschen der Welt sehen”, meint Filzmaier. “Das allgemeine Interesse an der Amtseinführung Obamas ist bestimmt um einiges höher als bei seinem Vorgänger”, erklärt der Politikex-perte. In diesem Zusammenhang seien gleich mehrere verschiedene Faktoren ausschlaggebend. “Zunächst einmal ist es ein wesentlicher Unterschied, ob ein neuer Präsident sein Amt antritt oder, ob es sich lediglich um eine Amtszeitverlängerung handelt. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist sicher die Tatsache, dass es Obama durch seine Art des öffentlichen Auftretens gelungen ist, ein gewisses Gefühl der Vertrautheit in Bezug auf seine Person in der Bevölkerung zu erzeugen”, fasst Filzmaier abschließend zusammen.

Die konservativsten Schätzungen gehen von einem Besucherandrang von mindestens 1,5 Mio. Menschen aus, die sich zur offiziellen Angelobungszeremonie Obamas in Washington versammeln werden. Hotelzimmer sind US-amerikanischen Medienberichten zufolge bereits jetzt schon nur mehr ab einem Preis von 2.000 Dollar aufwärts zu bekommen. Um den Menschenandrang aus allen US-Bundesstaaten bewältigen zu können, hat die Fluggesellschaft United Airlines für die Zeit vom 16. bis zum 21. Januar 2009 sogar die Bereitstellung zusätzlicher Flüge und größerer Flugzeuge in Aussicht gestellt. Auch die Mobilfunkbetreiber befürchten, dass ihre Netze dem gewaltigen Ansturm der Menschenmassen am Tag der Feierlichkeiten nicht Stand halten und aufgrund einer zu hohen Belastungen zusammenbrechen könnten. Barack Obama geht schon vor seiner Amtseinführung als 44. US-Präsident in die Geschichte ein.

Quelle: pt
Foto: http://www.barackobama.com

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