SCHUCO – MODELLBAUTRADITION
Jul 24th, 2008 | By wolfabo | Category: MEIN HOBBYEine Traditionsmarke auf Erfolgskurs

Wer von uns Älteren der 50plus-Generation kennt sie nicht, die legendären Modellautos der Nachkriegszeit mit dem Namen SCHUCO? Wer stand nicht mit leuchtenden Kinderaugen am Heiligen Abend vor dem Tannenbaum, wenn er das seltene Glück hatte, mit seinem ersten SCHUCO-Auto beschenkt zu werden – seinem ersten Auto aus Metall, aus Blech eben – Das Radio-, Kommando und Wende-Auto, das nicht vom Tisch fiel oder der legendäre Silberpfeil, die sich alle zum Verkaufsschlager entwickelten. Tja, das waren noch Zeiten. Die Marke galt und gilt heute wieder, vor allen Dingen unter uns Sammlern, als die Top-Marke des Modellbaus. In uns Sammlern schlägt doch ewig noch ein Kinderherz mit der unerschütterlichen Liebe zu Modellen, vor allen Dingen aber zu so gut gemachten Modellen, wie denen von SCHUCO.
Da nimmt es nicht Wunder, dass SCHUCO-Modelle aus den 40er, 50er oder 60er Jahren ähnliche Wertsteigerungen erfahren, wie ihre großen edlen Oldtimer-Kollegen.
Meilensteine
Die Gründung
Möglich machte das alles die 1912 von Heinrich Müller, der schon als 17-jähriger Spielzeugideen entwickelte und unzählige Patente anmeldete.
Der Name SCHUCO entstand 1921 aus der neun Jahre zuvor von Heinrich Schreyer gegründeten Spielzeugfirma “Schreyer und Co”, die von Anfang an mit mechanischem Blechspielzeugen, wie dem damaligen Top-Seller (20 Mio. Stück), einem mit Filz überzogenen Blechvogel, voll im Trend lag.
SCHUCO erlangt Weltruf
SCHUCO erlangte nach dem zweiten Weltkrieg mit seinen Spielwaren, die anfangs nur für die USA produziert wurden, Weltruf. 1952 wurde SCHUCO mit 800 Mitarbeitern zur größten Spielzeugfabrik Nürnbergs. Über 100 Millionen verkaufte Spielzeuge belegen eindrucksvoll die weltweite Verbreitung.
Auch der damalige Bundeskanzler Ludwig Erhard freute sich in der Witschaftswunderzeit über den Erfolg von SCHUCO. Das zeigt das nebenstehende Foto von seinem Besuch mit Gefolge im Nürnberger Werk.
Die Marke SCHUCO ist vor allem durch ihre in den 30er, 40er und 50er Jahren gebauten und mit zahlreichen Patenten versehenen Spielzeugautos bekannt geworden.
Das Aus für SCHUCO
Kunststoff und Zinkdruckguss liefen in den 60er und 70er Jahren dem Werkstoff Blech den Rang ab und führten 1976 zum Konkurs der ehemaligen Weltmarke. Scheinbar hatte man zu spät die Zeichen der Zeit erkannt. Der neue Eigentümer, die englische Firma DCM, ging 1980 ebenfalls in Konkurs. Zahlreiche Werkzeuge und Formen wurden in alle Welt verstreut und teilweise sogar verschrottet.
Der Neubeginn von SCHUCO
Es war das Jahr 1980, als der Name SCHUCO vom einstigen Konkurrenten GAMA, der fortan u. a. die Silberpfeil-Rennwagenserie neu auflegte, übernommen wurde. 1993 fusionierte GAMA mit TRIX, ein eigenes Management für SCHUCO wurde eingesetzt und die Marke neu belebt. 1996 wurde SCHUCO zur Freude vieler SCHUCO-Freunde wieder eigenständig.
SCHUCO heute – Legendär und modern
Als sich die Inhaberfamilie Mangold aus der Spielwarenbranche zurück zog, wurde SCHUCO 1999 an die Familie Sieber verkauft. SCHUCO wurde ein Unternehmen der SIMBA DICKIE GROUP, zu der neben den Hauptmarken SIMBATOYS und DICKIE-SPIELZEUG auch die Firmen EICHHORN, NORIS, DICKIE- TAMIYA, CARSON und seit 2004 auch BIG zählen. Sie zählt heute zu den größten der Branche und erzielt international einen Jahresumsatz von 370 Euro.

Dank einer kreativen und innovativen Produktpolitik konnten in den letzten Jahren in punkto Qualität und Detaillierung neue Maßstäbe gesetzt werden. Dadurch konnte die Position im Sammlermarkt ausgebaut und weiter gestärkt werden.
Äußerst erfolgreich wurden Produktlinien wir Edition 1:87 (H0), Junior Line, Distler Figuren und Schabak neu aufgelegt. Die Edition 1:87 erfreut sich besonders großer Beliebtheit bei allen Modelleisenbahnern.
Sortiment und Aktivitäten 2008
Mit einem sehr breit angelegten Modellsortiment, welches Pkw ebenso umfasst wie LKW, Busse, Traktoren, Renn- und Rallye- sowie Spezialfahrzeuge aus vergangenen Tagen und aus der Gegenwart, hat SCHUCO auch die Schwalbe im Maßstab 1:10, das wohl bekannteste Moped der ehemaligen DDR, zahlreiche weitere Mopeds und Motorräder und vier Panzermodelle im Programm. Auch die Maßstäbe decken im Firmenverbund mit Schuco mit 1:18 bis 1:72 fast alle Wünsche ab.
SCHUCO macht auch nicht halt vor den sogenannten Concept Cars, wie im Februar 2008 auf der 59. Internationalen Spielwarenmesse in Nürnberg, wo der Hingucker par excellence zu bestaunen war, nämlich der Opel GTC, die Studie für den neuen Opel Insignia.
Auch der SCHUCO Sammlerclub ist mit 1400 Mitgliedern weiter auf dem Vormarsch und äußerst aktiv. Das nächste Clubtreffen findet am 22.11.2008 in Fürth statt.
BONA VITA, Redaktion „MEIN HOBBY” wird immer wieder von diesem Traditionsunternehmen berichten, um die Sammler unter unserer Leserschaft auf dem Laufenden zu halten.
Quelle & Fotos: SCHUCO


