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	<title>BONA VITA 50plus &#187; Amstetten</title>
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	<description>Das Onlinemagazin für Silver Ager</description>
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		<title>AMSTETTEN: GIER DER MEDIEN GRENZENLOS</title>
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		<pubDate>Sat, 10 May 2008 16:35:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[ALLGEMEIN]]></category>
		<category><![CDATA[KOLUMNE]]></category>
		<category><![CDATA[Amstetten]]></category>
		<category><![CDATA[Berichterstattung]]></category>
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		<category><![CDATA[Inzest]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Inzestfall von Amstetten in &#214;sterreich ersch&#252;ttert uns alle in diesen Tagen. Es gibt aber einzelnen Medien nicht das Recht, ohne R&#252;cksicht auf die Opfer und ohne R&#252;cksicht auf Verluste ohne jegliches Fingerspitzengef&#252;hl zu berichten, nur der Quote und der Auflage gehorchend.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Liebe BonaVitanerinnen, liebe BonaVitaner,</h3>
<p><img class="alignleft" style="float:left;margin-right:10px" src="http://farm3.static.flickr.com/2040/2431274380_059bd77bb4_m.jpg" alt="Will W. Heppner" width="172" height="240" />Der furchtbare Inzestfall von Amstetten hat eine breite Diskussion &#252;ber   Selbstkontrolle und Ethik innerhalb der Medienbranche hervorgerufen. Das Privatleben und vor allen Dingen die W&#252;rde des Menschen m&#252;ssten besser gesch&#252;tzt werden. Es k&#246;nne doch wohl nicht sein, dass die Vertreter der Medien auf der Suche nach einer Sensationsstory den gebotenen Ethik-Kodex einfach ignorieren, so die Vorw&#252;rfe. &#8220;Auf der Suche nach einer m&#246;glichen Sensation sind den Medien heute oft alle Mittel Recht. Ein selbstkritischer Zugang ist immer seltener vorhanden&#8221;, stellt Peter Vitouch, Medienpsychologe und Professor am Institut f&#252;r Publizistik- und Kommunikationswissenschaft der Universit&#228;t Wien fest. Die Medien h&#228;tten zwar den Auftrag &#8220;durchleuchtend&#8221; zu wirken, die Pers&#246;nlichkeitsrechte der Opfer m&#252;ssten aber zu jeder Zeit vollkommen gesch&#252;tzt werden.</p>
<p>&#8220;Wir haben es hier mit einer professionellen Verfremdung des Journalismus zu tun&#8221;, erkl&#228;rt Vitouch. Die knallharte Konkurrenz auf dem Mediensektor habe die Selbstkritik der Medien zunehmend zur&#252;ck gedr&#228;ngt, was in Verbindung mit einer generell zu beobachtenden Entwicklung zur Ellenbogengesellschaft zu sehen ist. Nat&#252;rlich spiele in diesem Zusammenhang auch der finanzielle eine ganz wesentliche Rolle. &#8220;Bei derartigen Geschichten geht es auch immer um viel Geld. Dies f&#252;hrt dazu, dass die Gier der Medien, &#252;ber die vermeintliche Sensation als Erster zu berichten, st&#228;rker wird&#8221;, meint Vitouch. Die &#246;sterreichische Medienbranche d&#252;rfe sich auf eine derartige Vorgehensweise gar nicht erst einlassen. &#8220;Wir m&#252;ssen sehr aufmerksam sein und aufpassen, dass wir nicht auf &#228;hnliche Verh&#228;ltnisse zusteuern, wie sie bereits in Gro&#223;britannien gang und g&#228;be sind&#8221;, warnt Vitouch.<br />
<img class="alignleft" style="float:left;margin-right:10px" src="http://farm3.static.flickr.com/2335/2480150483_c97874651c_m.jpg" alt="Berichterstattung &#252;ber Amstetten" width="240" height="160" /> Gest&#252;tzt werde diese Entwicklung zudem von einer immer st&#228;rker steigenden Nachfrage auf dem Boulevard-Sektor. &#8220;Die Zielgruppe der Boulevard-Kunden wird zunehmend gr&#246;&#223;er. Folglich gewinnt auch die thematische Bedienung dieser Gruppe f&#252;r die Medien immer mehr an Bedeutung&#8221;, erl&#228;utert Vitouch. Die grundlegend wichtige Abw&#228;gung zwischen der Freiheit der Medien und dem Schutz der Privatsph&#228;re werde da nur allzu oft in den Hintergrund gedr&#228;ngt. Ein Journalist habe sich einmal in diesem Zusammenhang damit gerechtfertigt, dass es nichts Ethischeres gebe als &#252;ber die Wahrheit zu berichten, schildert Vitouch. &#8220;In meinen Augen ist das eine vollkommen verfehlte Argumentation. Diese Form der Wahrheit hat in der &#214;ffentlichkeit einfach nichts verloren&#8221;, betont der Medienpsychologe.</p>
<p>Im Zuge dieser Diskussionen wird der Ruf nach einem eigenen Kontrollorgan f&#252;r derartige Angelegenheiten zunehmend st&#228;rker. &#8220;Die Zeit ist mehr als reif f&#252;r die Gr&#252;ndung eines neuen Presserates zur Selbstkontrolle der Medien. Vielleicht gelingt unter dem Eindruck einer verantwortungslosen Ausschlachtung des Schicksalsdramas von Amstetten durch bestimmte, einzelne Massenmedien nach jahrelangem, fruchtlosem Gepl&#228;nkel der Durchbruch&#8221;, zitiert das Branchenportal medianet den Sprecher der Initiative &#8220;Qualit&#228;t im Journalismus&#8221;, Engelbert Washietl. &#8220;Die Installation eines Presserats w&#228;re sicherlich w&#252;nschenswert&#8221;, meint auch Hannes Schopf vom Verband &#214;sterreichischer Zeitungen (V&#214;Z) <a href="http://www.voez.at/" target="_blank">t</a> auf Anfrage. Dieser stelle aber nur eine m&#246;gliche Form der Selbstkontrolle dar und weise zudem einen kleinen Sch&#246;nheitsfehler auf. &#8220;Der Presserat kann solche Vorf&#228;lle nicht verhindern, da seine Kontrolle erst im Nachhinein wirksam wird&#8221;, erkl&#228;rt Schopf. Darum sei es wichtig, dass die Selbstkontrolle bereits in den Redaktionen selbst verankert ist. &#8220;Dort m&#252;ssen die Entscheidungen entsprechend dem Ehrenkodex der Presse und den medienrechtlichen Bestimmungen gef&#228;llt werden&#8221;, so Schopf.</p>
<p>Dem kann ich nur beipflichten. Wenn es k&#252;nftig zur journalistischen Gepflogenheit wird, ohne R&#252;cksicht auf „Verluste&#8221; um jeden Preis zu berichten, muss dringend etwas geschehen, sonst ist zum Nachteil von Opfern nichts mehr zu kontrollieren, Pressefreiheit hin oder her.</p>
<p style="text-align: center;">In diesem Sinne w&#252;nsche ich Ihnen, liebe BonaVitanerinnen und BonaVitanern,</p>
<h2 style="text-align: center;"><span style="color: #339966;"><em>Frohe Pfingstfeiertage</em></span></h2>
<p>und wie immer ein herzliches BONA VITA!</p>
<p>Ihr Will W. Heppner</p>
<p>Foto: pixelio.de, Paul-Georg Meister</p>
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