Tropische Parasiteninfektion im Vormarsch

Apr 4th, 2008 | By admin | Category: CORPOSANA

Sandfliegen bevölkern auch Mittelmeer-Länder
In Europa verbreitet sich immer mehr die Tropenkrankheit Leishmaniose. Regionen rund um das Mittelmeer zählen zu den Risikogebieten der Parasiteninfektion, die durch die Sandmücke übertragen wird. Deutsche Patienten bringen die Infektion meistens aus ihrem Spanienurlaub, vor allen Dingen von Mallorca mit. Die Infektion verläuft unbehandelt tödlich. Forscher aus Europa, Australien und Indien stellen derzeit im Universitätsklinikum Heidelberg den Wissensstand der internationalen Leishmaniose-Forschung beim „Interdisziplinären Forum zur Leishmaniasis vor.

„Zurzeit betrifft das Problem der Leishmaniose sicher ärmere Länder”, so der Leiter des Forums, Stefan Zimmermann von der Abteilung der Medizinischen Mikrobiologie und Hygiene. Etwa 12 Millionen Menschen infizieren sich jährlich mit dem Parasiten Leismania, den die Sandmücke bei einem Stich mit ihrem Speichel überträgt. Die Folgen sind Hautgeschwüre oder eine Zerstörung des Knochenmarks, der Leber und der Milz.

Hauptverbreitungsgebiete der Sandmücke sind Bangladesh, Indien sowie die Küstenregionen der Mittelmeerländer sowie Inseln im Mittelmeer.

In Deutschland erkranken zwischen 50 bis 100 Patienten pro Jahr an Leishmaniose. Die Dunkelziffer dürfte allerdings höher liegen.

Ein Grund, warum man das Forum in Heidelberg organisiere, liege daran, dass die Bedeutung der Leishmaniose auch in Europa zunehme. “Ein Grund dafür ist die zunehmende Reisetätigkeit, Auslandseinsätze der Bundeswehr sowie eine steigende Anzahl von Patienten, deren Immunsystem durch eine Erkrankung oder durch Medikamente unterdrückt ist, wie etwa bei HIV-Patienten oder Menschen mit chronischen Darmerkrankungen“, erklärt der Mediziner. Zudem werde unter Experten auch darüber diskutiert, dass sich die Sandmücke durch den Klimawandel weiter in Europa ausbreitet. Sogar in Norditalien habe man das schlecht fliegende Insekt bereits entdeckt, erklärt der Forscher.

Was die Erkrankung allerdings sehr problematisch mache, ist die eindeutige Diagnose. “Da die Symptome stark variieren, kann es unter Umständen lange dauern, bis man die Erkrankung eindeutig diagnostiziert. Eine nachfolgende Behandlung mit den richtigen Medikamenten verläuft gewöhnlich sehr gut.” Zimmermann rät, da es noch keine Impfung gegen die Parasiteninfektion gibt, die Verwendung von Insekten-Repellentien. “Unbedingt sollte man auch darauf verzichten, Hunde in die Risikogebiete mitzunehmen. Sie werden nämlich besonders häufig gestochen”, erklärt der Wissenschaftler, der zudem anmerkt, dass es sehr wahrscheinlich sei, dass streunende Hunde das Hauptreservoir für die Infektion sind und die gibt es in den genannten Ländern mehr als genug, wie Urlauber immer wieder feststellen können. Quelle: pte

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    In Europa verbreitet sich immer mehr die Tropenkrankheit Leishmaniose. Regionen rund um das Mittelmeer zaehlen zu den Risikogebieten der Parasiteninfektion, die durch die Sandmuecke bertragen wird. Deutsche Patienten bringen die Infektion meistens aus …

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