Ulla Schmidt und Ihre Dienstreise

Jul 28th, 2009 | By wolfabo | Category: KOLUMNE

Ist doch nicht mein Geld…

wird sich die Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) wohl gedacht haben, als sie auf die merkwürdige Idee kam, ihren Dienstwagen nebst Fahrer an die Costa Blanca nach Spanien, einer bei Deutschen sehr beliebten Ferienregion, zu schicken. Sie selbst nahm dann doch lieber den Flieger, weil die 2.400 km lange Strecke dadurch viel schneller bewältigt werden konnte.
Sie konnte ja nicht ahnen, was dann in Spanien passierte. Wurde doch der teure gepanzerte Mercedes 400 CDI geklaut. Jetzt wurde diese merkwürdige Dienstfahrt natürlich öffentlich. Und nun erfuhren wir Steuerzahler mal wieder etwas von Verschwendung unserer Steuergelder und von der Unverhältnismäßigkeit der eingesetzten Mittel.
Ganze 9.400 Euro soll der “Spaß” mal eben gekostet haben, ganz abgesehen vom Wert der entwendeten Limousine.
Wie nun aber erklärt Frau Schmidt ihre teure Urlaubsdienstreise? Ein Treffen mit dem örtlichen spanischen Bürgermeister vielleicht auf den Spuren der Schweinegrippe? Denn Spanien gilt ja in Europa als Ursprungsland der Schweinegrippe. Und dann noch ein Vortrag vor deutschen Rentnern dort vor Ort während ihres Urlaubs?
Und all das bezeichnet die Ministerin auch noch mit “kostengünstiger Variante”.
Ich könnte ihr ganz schnell vorrechnen, wie kostengünstig man diesen Trip an die Costa Blanca bewältigen kann, ohne auf die Ministerwürden verzichten zu müssen, da ich selbst schon oft dort war, obwohl ich kein Bundesminister bin. Aber ich erspare mir das hier.
Ganz nebenbei erfährt man, dass sowohl Ulla Schmidt als auch weitere SPD-Minister regelmäßig ihre Dienstwagen im Urlaub nutzen ohne zwingenden Grund. Das heißt, es sind in der Vergangenheit weitere Steuergelder regelrecht “verbraten” worden. Wo ist da die Vorbildfunktion, die gewählte Politiker eigentlich ausüben sollten?
Hier ist wohl dringend eine Änderung der Dienstwagenregelung geboten.

Wenn das mal nicht wertvolle Stimmen so kurz vor der Bundestagswahl kostet.

In diesem Fall kann ich nur ein Gedicht von Adelbert von Chamisso zitieren: “Mäßigung und Mäßigkeit”. Weiter heißt es im Gedicht: “…Ziemt sich’s für gesetzte Leute, wüster Völlerei zu frönen? Nein, es ziemt sich Sittsamkeit. Gutes Beispiel will ich geben: Mäßigung und Mäßigkeit!…”

Das kann man nur dringend einigen gewählten Volksvertretern raten, die wohl ihre Privilegien nicht immer richtig oder zu sehr zu ihren Gunsten auslegen und Volkes Zorn entfachen.

Der Bund der Steuerzahler verlangt hier zurecht lückenlose Aufklärung.

Wolfgang A. Bocksch
Verleger

Fotos: Bundesregierung und Archiv

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